Erkrankungen der Schilddrüse

Die Schilddrüseist ein wichtiges Stoffwechselorgan. In der markanten Form eines Schmetterlings ist sie vor der Luftröhre platziert – und beeinflusst über zwei jodhaltige Hormone nahezu jede Körperzelle. Unter anderem wirkt sich die Tätigkeit der Schilddrüse auf Herzschlag und Blutdruck, Verdauung und Wachstum oder auch auf seelisches Wohlbefinden aus.

Schilddrüsenerkrankungen sind weit verbreitet und nehmen mit dem Alter zu. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Wahrscheinlich leidet jeder zweite über 60-Jährige in Deutschland an einer  Schilddrüsenerkrankung. Dies kann eine Über- oder Unterfunktion, eine Knotenbildung oder Vergrößerung sein. Nicht selten liegen auch Kombinationen vor.

Funktionsstörungen können unkompliziert durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden; eine Schilddrüsenvergrößerung kann sichtbar sein und mitunter durch  Druck auf Luft- oder Speiseröhre Beschwerden bereiten. Häufig sind auch Knoten in der Schilddrüse. Auch die können manchmal zu Schluckbeschwerden oder einem Engegefühl im Hals führen. Ganz selten sind bösartige Schilddrüsenknoten. Mit  7.000 bis 8.000 Neuerkrankungen jährlich macht der Schilddrüsenkrebs nur etwa 2 Prozent aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland aus.

Ein sogenannter kalter Knoten ist keine Indikation zur Operation. Nur wenn sonografische Zeichen einen Knoten verdächtig erscheinen lassen, sollte engmaschig kontrolliert oder letztendlich operiert werden. Sinnvoll kann eine Operation auch bei einer massiven Vergrößerung der Schilddrüse sowie im Fall einer Überfunktion sein. Die Risiken sind sehr gering. Dennoch  ist jede Operation mit dem Patienten gut und individuell zu besprechen.

Basedow

Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse mit einer Schilddrüsenüberfunktion. Typische Symptome sind schneller Herzschlag, Gewichtsabnahme und Nervosität. Begleitend kann eine Beteiligung der Augen (Endokrine Orbitopathie) vorliegen. Meist kann die Erkrankung medikamentös oder mittels Radiojod-Therapie behandelt werden.

Sollte doch eine Operation indiziert sein, muss zumeist die gesamte Schilddrüse entfernt werden.

Durch entsprechende Erfahrung kann diese anspruchsvollere Operation risikoarm durchgeführt werden.

 

Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs ist selten und hat meist eine exzellente Prognose. Diese ist von der Art, Ausdehnung (auf die Schilddrüse begrenzt, Einwachsen in Nachbarstrukturen, mit oder ohne Lymphknotenbefall), anderen Faktoren und der adäquaten Operation abhängig. Auch familiäre Erkrankungen kommen vor (medulläres Schilddrüsenkarzinom). Jede Erkrankung muss individuell operiert werden. In manchen Fällen ist eine Teil-Entfernung der Schilddrüse ausreichend, meistens eine vollständige Schilddrüsenentfernung mit oder ohne simultaner Lymphknotenentfernung erforderlich. Das richtige Ausmaß kann meist durch die Voruntersuchungen (Ultraschall, ggf. Schnittbild-Diagnostik, Punktion) festgelegt werden. Überraschende verdächtige Befunde können häufig während der Operation mittels einer Gewebe-Schnellschnitt-Untersuchung geklärt werden.

Sie haben Fragen zu Ihrer individuellen Erkrankung oder wünschen mehr Informationen? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wir beraten Sie gerne!

Kontakt

Katharina Schwarz

Klinik für endokrine Chirurgie
Rheinland Klinikum
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